Haptosynesie

Haptonomie fûr medizinische und paramedizinische Praxis

Die Beiträge für den Praktiker

Haptosynesie ist eine spezifische Anwendung der Haptonomie für die Pflegepraxis. Sie betrifft alle Spezialisten  der Pflege, was auch ihre Pflegerposition ist, ihre Rolle innerhalb oder ausserhalb einer Pflegeorganisation.
Sie erlaubt es, ein anderes Pflegeverhältnis zu entwickeln, bereichert durch eine wahre Begegnung mit einer Person, und nicht nur mit einer Krankheit oder einem Kranken, so dass die Person, der man hilft,bestens ihre eigenen Ressourcen implementieren kann. Zugleich kann der Spezialist sein volles menschliches (und nicht nur technisches) Mass geben.

Die notwendigen Qualitäten beim Spezialisten

Es geht darum, seine ganze Wesensart zu entfalten , die berufliche natürlich, aber auch die menschliche in seiner eigenen ganzen Authentizität, in seiner Art eine aufrichtige Begegnung mit der Person, die seine Hilfe sucht, zu erleben.

Das bedeutet einen langsamen Reifeprozess aller Fähigkeiten von Präsenz, Klarheit, Umsicht, die es erlauben, dem Patienten affektiv zu begegnen, wie einer Person, DIE Person , die er ist mit all seinen Emotionen und seiner Weise,  Unfall, Krankheit, Handicap die ihn betreffen, zu erleben.
Diese « Pflegebegegnung »,  diese « Betreuung »,  des Patienten muss eine Bestätigung des des Patienten als menschliches Wesen sein, in all seinen physischen, psychischen, intellektuellen und affektiven Dimensionen, ob es nun darum geht, ihn in seiner Heilung, mit dem vorgekommenen Handicap oder der chronischen Krankheit, oder  während seines Lebensendes zu begleiten.

Dies ersetzt keinesfalls die technischen und beruflichen Kompetenzen, aber diese können sich im Gegenteil durch die aufrichtige, vertrauensvolle Begegnung zweier Menschen in Klarheit, Umsicht und Entschlossenheit entfalten.

Die angebotene Ausbildung ist also eine Begleitung des Spezialisten  in seinem Reifeprozess, auf seinen eigenen Rythmus und in all seinen individuellen Eigenschaften , « sich selbst » in der Begegnung zu zeigen (sein),  und nicht zu wiederholen, zu plagiieren, was er gesehen oder gehört hat.

Es ist die Entwicklung von seiner ganzen Wahrnehmung, seiner Haptowahrnehmung, seinem Gefühl, von dem was im Moment erlebt wird.  Damit entwickeln sich sein Unterscheidungsvermögen und seine Authentizität, um die Verantwortung seiner Akten mit der notwendigen Sorgfalt zu exerzieren, mit totalen Vertrauen in dem was man machen muss, und dies in der affektiven Begegnung  mit dem Menschen, den er pflegen muss.
Der lange Weg « der Betreuung des Anderen ».

Die Veränderung beim Patienten und die Veränderung im Verhältnis

Eine der Wirkungen der haptonomischen Beziehung muss wegen ihres speziellen Interesses in Haptonsynesie unterstrichen werden. Es handelt sich um die Veränderung des von uns genannten Repräsentationstonus.
Dieser Tonus (spezifisch für ein solches Verhâltnis) ist gekennzeichnet durch Beweglichkeit und Spannkraft und erleichtert den Einsatz sowohl für die Untersuchung, die demzufolge viel präziser und kompleter ist, als für die gesamte  Pflegegestik.
Dieser Tonus erweist das Erleben der animierten Korporalität (und nicht nur Wahrnehmung seines Körpers) und erlaubt somit eine Milderung der Empfindung des Schmerzens. Eine ähnliche (manchmal dauerhafte) Veränderung gibt es beim Spezialisten und erlaubt, dass die pflegende Geste ( in der Untersuchung zB)  in einem « Zusammensein » erlebt wird, dem Ziel angepasst und für beide stärkend und bestätigend.

Durch diese Kontaktart im Bereich der Pflege kann der Patient ein klares Sicherheitsgefühl finden oder wiederfinden, Basis eines deutlichen Vertrauens  in den begleitenden Pfleger.
Dies entwickelt sich mit der der Feststellung eines Ganzheitsgefühls, Fülle der Wahrnehmung von sich selbst in allen physichen, psychischen, intellektuellen und vor allem affektiven Dimensionen,  das heisst in all seinen Möglichkeiten , diesen Moment zu erleben, Entscheidungen zu treffen, wie auch mit einer schwierigen Situation oder mit einer schmerzvollen Pflegegestik konfrontiert zu sein.
Die therapeutischen Entscheidungen können also zusammen getroffen werden, der Pflegende nimmt  seinen Berater- und Unterstützerplatz ein, selbstsicher und steht der Wahl der Person offen gegenüber.
Der medicolegale Ausweg ist also nicht angebracht, auch kein Autoritätsmissbrauch. Der Pfleger und der Gepflegte teilen eine aufrichtige Verantwortung.
Der ständige Appell an die vitale Intentionalität des Patienten ist Teil von diesem empfundenen Vertrauen und erlaubt ihm, der Pflege nicht zu unterliegen, sondern vielmehr
sich als aktiver Teilnehmer an dieser Pflege zu fühlen. Er bewahrt damit ständig seine Autonomie, findet in jeder Phase das Optimum seiner derzeitigen Fähigkeiten wieder und vermeidet das defensive « Overhandicap » , dem man zu oft begegnet.
Die Beseitigung oder die einfache Verminderung des « Overhandicaps » erleichtert sofort sowohl die Prognose (weniger versteckt) als die richtige Wahl, die man treffen muss. Und dies in einer geteilten Wahrnehmung.

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