Modalitäten der prä-und postnatalen Begleitung

Der Platz des Vaters

Die Präsenz des Vaters während der prä-und postnatalen Begleitung ist aus 3 Gründen wesentlich :

  •  Er kann dadurch sofort seinen spezifischen Platz in der affektiven triangulären Beziehung Vater-Mutter-Kind einnehmen. Die 3 Partner sind damit gleichmässig befriedigt. Eine besondere Sitzung ist ihm speziell im ersten Teil der Begleitung gewidmet. Man bietet ihm An, die Effekte der haptonomischen Phenomenalität zu spüren,  auf sein Wohlbefinden, seinen Muskeltonus und seine Art und Weise den Schmerz zu ertragen. Man macht mit ihm die Gesten, die er mit seiner Gefährtin machen wird, damit sie sich wohl fühlt. Diese Sitzung ist für ihn aufschlussreich und bedeutet eine Wende in der Begleitung, dafür ist sie unentbehrlich , es sei denn es gäbe einen wichtigen Grund.  In diesem Falle muss der Haptotherapeut ein Mittel finden, damit der Vater die Effekte des Kontakts spürt.
  • Der Vater ist der affektive Rückgriff der Mutter. Er unterstützt sie, empfängt sie und hilft ihr während der Schwangerschaft und der Geburt. Er lernt die Gesten, durch die sie sich während der korporellen und oft unbequemen Veränderungen wohler fühlen wird. Oft entsteht damit ein neues Verhältnis im Paar, ein Implementieren der Zärtlichkeit, die die Beziehung bereichert.
  • Während der Geburt spielt er eine wesentliche Rolle in der Begegnung des Kindes mit der Aussenwelt. Wie schon gesagt, wenn der Vater im Leben der Mutter nicht mehr anwesend ist, wird man die Mutter fragen, eine dritte Person auszusuchen, um sie zu begleiten ohne den Vater zu ersetzen. (cf « wenn es kein Elterpaar gibt »)

Die Intimität

Die prä-und postnatale Begleitung ist in einer Gruppe unmöglich.

Schwangerschaft und Geburt sind Ereignisse von wesentlicher Bedeutung im Leben des   Kindes und der Eltern. Der notwendige Platz für Affektivität während dieser Zeit fordert, das Privatleben und die Intimität zu respektieren. Die Begleitung kann also nur während privater Treffen zwischen Begleiter und Begleiteten erfolgen

Nur kurzbündige Informationen über den haptonomischen und affektiven bestätigenden Kontakt und über prä-und postnatale Begleitung können mit anderen Müttern und Vätern, die ein Kind erwarten, geteilt werden. Eine Gruppenbegleitung wäre in totalem Widerspruch zu den Grundprinzipien der Haptonomie.

Kalender der Begegnungen

Es ist wünschenswert so früh wie möglich nach der Erzeugung mit der Begleitung zu beginnen, selbst wenn die Mutter die Bewegungen des Kindes noch nicht spürt.

Diese frühzeitigen Sitzungen bringen beide Eltern dazu, die Effekte der haptonomischen Phenomenalität zu spüren, und zu verstehen, warum sie ihnen für die Schwangerschaft und die Geburt von grosser Hilfe sein wird. Sie bringt auch die Frauen dazu, früher die Präsenz des Kindes zu spüren und sie sind von grosser Hilfe während einer komplizierten Schwangerschaft, die mit einer physischen Pathologie oder einem thymo-affektiven Leiden verbunden ist. Diese frühzeitigen Sitzungen können auch den Frauen helfen, die in einem Prozess künstlicher Befruchtung sind. Sie können auch Frauen angeboten werden, die Schwierigkeiten haben, ein Kind zu erzeugen, oder denen, die aus irgend einem Grund gestresst sind, Mutter zu werden.

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Es ist dennoch möglich mit der Begleitung im 4. Monat zu beginnen, aber auf alle Fälle nie nach dem 7. Monat (28 Woche Amenorrhö).  Wenn man nach diesem Zeitpunkt beginnen
würde,  wäre der Reifeprozess der Eltern sehr schwierig und die Begleitung könnte nicht harmonisch  geführt werden.

Wenn aber ein Problem oder eine Pathologie nach Beginn des 7. Monats erscheint,
kann ein bewährter Haptotherapeut eine wertvolle Hilfe bringen. Das ist dann keine Begleitung mit all ihren Dimensionen, aber ein Implementieren der Haptonomie für einen besonderen Fall. Viele Haptotherapeuten schreiten ein, wenn Missbildungen,  Frühgeburtsgefahren oder Unterentwicklungen in utero entdeckt werden.
Es passiert oft, dass Obstetriker, die mit einem Schwangerschaftsproblem konfrontiert sind, eine Arbeit mit einem Haptotherapeuten empfehlen, um den Eltern und dem Kind zu helfen, durch diese Periode der Zwangsbehandlung in der Schwangerschaft mit weniger Stress und thymoaffektiven Folgen zu gehen.
Eine sehr technische Medizin schliesst die Haptonomie nicht aus, im Gegenteil sie können sich ergänzen.

Die Dauer einer Sitzung kann je nach Haptotherapeuten verschieden sein, ohne jedoch weniger als 30 Minuten zu dauern. Die Begleitung fordert 7 bis 9 Sitzungen. Der Zeitabstand zwischen den ersten Sitzungen kann mehr oder weniger gross sein, je nach Beginn der Begleitung. Die 4 letzten Sitzungen sind der Geburt und dem Empfang des Kindes gewidmet, und können vor Beginn des 7. Monats nicht stattfinden. Der Zeitabstand zwischen ihnen kann sehr gering sein.

Dies ist ein allgemeines Schema, aber jede Begleitung passt sich dem Paar und dem besonderen Fall an. Falls Schwierigkeiten erscheinen, das « warum und wie » zu verstehen, ist es wichtig, ganz unbenommen dem Haptotherapeuten die Fragen zu stellen. Eine Begleitung kann nur in der Klarheit und im gegenseitigen Vertrauen geführt werden.
Wie schon erklärt sind nach der Geburt wenigstens 4 oder 5 Sitzungen notwendig.
Sie sind der postnatalen Begleitung gewidmet, die erste davon ist zum Teil der Mutter gewidmet.
Die 1. findet so früh wie möglich während der 2 ersten Wochen statt,  die folgenden im 1 Monat, mit 3 ½ oder 4 Monaten, um den 9. Monat und die letzte, wenn das Laufen erlernt ist.

 

 

Haptonomie und andere Annäherungen


Wie schon erklärt, kann man nicht gleizeitig mit Haptonomie einen Annäherung mit Yoga, Psychoprophylaxie oder Sophrologie führen.

Diese Annäherungen beanspruchen das Nervensystem auf eine Art und Weise, die mit Haptonomie unvereinbar ist. Demzufolge hätte man nicht das Beste von jeder Annäherung und während der Geburt würden diese Kontradiktionen so pregnant sein, dass sie die Mutter in einen höchst unangenehmen Verlegenheitszustand  versetzen könnten.
Es ist dennoch wünschenswert, die verschiedenen Kurse der Entbindungklinik zu verfolgen
(ausser Yoga und Sophrologie), um mit den Räumen, dem Team und der Arbeitsweise vertraut zu werden.
Wie schon erklärt, besser ist es, wenn eine Frau sich in totaler Serenität ihre Begleitungsart aussucht Sie muss in ihrer Wahl unterstützt und respektiert werden. 
Zu gewissen Zeitpunkten des Lebens sind eine Frau oder ein Paar nicht in der Lage, das affektive Engagement, das die Haptonomie bedeutet, zu akzeptieren.
Vielleicht sind sie für eine andere Schwangerschaft dazu bereit.
Manchmal ist das Verhältnis zum Sophrologen oder Yogalehrer zu gross, um nicht mehr im Vordergrund zu sein während einer so sensiblen Zeit. Dies muss auch absolut respektiert werden.

Schliesslich muss der Haptotherapeut den Platz, wo die Frau entbindet,  berücksichtigen, und sich, was die Entbindung betrifft,  den gewöhnlichen Praktiken der Entbindungsklinik anpassen.
Eine Frau kann eine haptonomische Entbindung führen, selbst in einem Platz wo Haptonomie unbekannt ist. Es ist mehr oder weniger schwierig, kann aber vorbereitet werden.

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